Notfallseelsorger*in

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Notfallseelsorge
Naundorfer Straße 9
01558 Großenhain


Jan Weichold
M 0177 4856 568
jan.weichold@evlks.de


Jahresbericht

 

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In Krisen zur Seite stehen

Sie haben Zeit neben dem Beruf und der Familie? Sie sind in den Ruhestand getreten und fühlen sich fit, Ihre soziale und kommunikative Kompetenz einzubringen oder weiterzuentwickeln? Sie haben persönliche Erfahrungen in der Bewältigung von Krisen und Abschieden und würden Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen gern Anderen zur Verfügung stellen? In der Notfallseelsorge finden Sie dafür ein gutes Angebot. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, z.B. nach dem Tod von Angehörigen oder nach Unfällen. Sie begleiten Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei in solchen Situationen. Dafür braucht es eine spezielle Ausbildung, die bei Ihren Lebenserfahrungen anknüpft und weitere nötige Kompetenzen schult, um mit Krisensituationen umgehen zu können. Die Aufgaben sind nicht immer leicht. Jeder Einsatz wird im Team nachbereitet und ggf. supervisorisch durchgesprochen. Sie lernen viel für künftige Einsätze und für sich selbst. Das erfüllt. Notfallseelsorge ist darum immer an Teamarbeit gebunden, nicht nur während der Einsätze, sondern auch in der Aufarbeitung. Dabei bestimmen Sie, wie oft und wie viel Zeit Sie in dieses Ehrenamt einbringen möchten. Verbindlichkeit und eine kontinuierliche Bereitschaft für Einsätze in den ersten beiden Jahren nach der Ausbildung sind allerdings Bedingung, damit die Ausbildung vor Ort der Arbeit nützt.

Folgende soziale und persönliche Vorsausetzungen erleichtern den Einstieg:

  • psychische und physische Stabilität und Belastbarkeit, persönliche Reife
  • sozial gut integriertes Umfeld
  • im letzten Jahr keine traumatischen Erfahrungen
  • Fähigkeit zur Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Eigenverantwortlichkeit und Teamfähigkeit
  • Anerkennung und Wahrung der Schweigepflicht
  • ökumenische Offenheit und Achtung anderer Religionen, Weltanschauungen und Kulturen
  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Tod und Trauer
  • Bereitschaft zur Einbeziehung religiöser Rituale in die Arbeit
  • Bereitschaft zur Ein- und ggf. Unterordnung in der Kooperation mit Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und innerhalb des Notfallseelsorgeteams.

Sie sind bereit für folgende Aufgaben:

  • Wahrnehmung von Rufbereitschaften
  • in der Regel Teilnahme an den Teamtreffs (im Jahr mindestens 4 x)
  • Teilnahme an Fortbildungsabenden (vier Angebote im Jahr, die Teilnahme an einer Veranstaltung ist verpflichtend)
  • Teilnahme an der Supervision (etwa vier Angebote im Jahr, die Teilnahme an zwei Supervisionen ist verpflichtend)
  • bei Bedarf weitere Angebote zur Einsatznachsorge
  • Bereitschaft, im Notfall für Menschen da zu sein (mitunter auch außerhalb der regulären Rufbereitschaft)
  • Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement
  • Nutzung des eigenen PKWs für die Fahrt zur Einsatzstelle.


Das müssen Sie wissen

Im Einsatz sind Sie versichert, auch mit PKW. Schutzkleidung und andere Hilfen werden gestellt. Kilometergeld nach den üblichen Sätzen im Öffentlichen Dienst wird erstattet.

Voraussetzung ist ein monatlicher Dienstplan mit Vorder- und Hintergrunddienst. Sie tragen sich zwei bis dreimal in eine „Schicht“ ein. Wir stehen der Rettungsleitstelle 24 Stunden zur Verfügung. Es gibt Tag- und Nachtdienst. Die Dienste dauern von 08.00 Uhr - 20.00 Uhr und von 20.00 - 08.00 Uhr. Im Dienstplan steht Ihre Handynummer. Die Rettungsleitstelle Dresden alarmiert Sie. Die Einsatzkräfte (Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Unfallforschung) fordern auch über die Rettungsleitstelle die Notfallseelsorge an.

Jeder Einsatz hat eine Nummer. Sie notieren sich die Nummer und erhalten Information über Ort, Person, Vorfall, wer bereits verständigt ist, was zurzeit geplant und wer Sie ggf. navigatorisch zum Einsatzort lotsen kann. Sie notieren sich Zeit des Anrufes, Zeit des Aufbruches, Zeit der Ankunft. Ein Einsatzprotokollformular dient Ihnen als Gedächtnisstütze für alle abzufragenden und festzuhaltenden Daten. Eventuell rufen Sie die Einsatzkräfte vor Ort an, um offene Fragen zu klären. Der Hintergrunddienst kann Sie auch unterstützen, um weitere Informationen und Hilfen zu organisieren. Sie bereitet sich zu Hause auf den Einsatz vor (Einsatzkleidung je nach Einsatz, Einsatzmappe mit Empfehlungen und Hilfsmitteln für Betroffene, Einsatztasche mit empfohlenen Utensilien).

Sie fahren mit Ihrem PKW zum Einsatzort. In der Regel beträgt die durchschnittliche Anfahrtszeit 30 bis 45 Minuten. Bei Dringlichkeitseinsätzen werden wir durch Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei abgeholt und gefahren.

Hintergrunddienst

  • Der Hintergrunddienst wird durch ein Teammitglied rund um die Uhr besetzt. Er steht allen Mitgliedern des Notfallseelsorge- und Kriseninterventionsteams zur Verfügung,der Rettungsleitstelle sowie sämtlichen Einsatzkräften zur Verfügung.
  • Jedes Teammitglied hat die Möglichkeit, den Hintergrunddienst bei einem Einsatz zu informieren und sich dementsprechend wieder abzumelden. Der Dienst dient der eigenen Sicherheit. Sollte sich 4 Stunden nach Anmeldung eines Einsatzes das im Einsatz befindliche Mitglied nicht abgemeldet haben, wird es vom Hintergrunddienst kontaktiert.
  • Der Hintergrunddienst bleibt Ansprechpartner für alle auftretenden Probleme im Einsatz (Nachforderung, organisatorische Fragen, Fragen zu Kontaktstellen etc.).
  • Der Hintergrunddienst hält im MANV(Massenanfall von Verletzen und Erkrankten) ständigen Kontakt mit dem Einsatzleiter (NFS-KIT) und der Rettungsleitstelle.
  • Alle Einsatzkräfte, die den NFS Meißner Land anfordern, haben die Möglichkeit, den Hintergrunddienst als Kontakttelefon zu nutzen, beispielsweise bei Betreuungsfragen.
  • Der Hintergrunddienst wird durch die Rettungsleitstelle informiert, wenn ein Dienst nicht besetzt ist oder ein Paralleleinsatz auftritt.

Ausstattung

  • Unsere Mitglieder verfügen über Einsatzkleidung (Einsatzjacke mit Reflexstreifen für Einsätze im öffentlichen Bereich oder an Gefahrenstellen wie z. B. bei Verkehrsunfällen), eine Taschenlampe und ein Notfallset.
  • Jedes Mitglied hat einen Dienstausweis. Dieser wird in bestimmten Gebäuden der Stadt benötigt.
  • Die Einsatzmappe, die auch jedes Mitglied besitzt, enthält Empfehlungen für die entsprechenden Vorgehensweisen in den verschiedenen Einsatzindikationen, Kontakte und Flyer für die Betroffenen und eine Liste jener Dinge, die bei jedem Einsatz helfen könnten, wie Taschentücher, Ladegerät (Handy), Kerze, Feuerzeug, Zigaretten, Kaugummis, Bonbons, Traubenzucker, Kuscheltier, Schuhüberzieher, Handschuhe, Händedesinfektion etc.


Einatz und Nachbereitung

Zunächst melden Sie sich beim Einsatzleiter, zuständigen Polizisten, Notarzt oder anderen Kräften, die den Einsatz angefordert haben. Sie verschaffen sich dann einen Überblick über die Situation und ob noch weitere Kräfte benötigt werden. Sie prüfen, wo ein geeigneter Ort zur Betreuung zu finden ist, und klären dies mit den Einsatzkräften ab.Die Betreuung der Betroffenen vor Ort dauert im Durchschnitt ca. 2 - 3 Stunden, kann aber auch länger dauern. Eine Betreuung dauert so lange wie nötig. Sie haben Zeit für die Betroffenen (die Rettungskräfte haben diese Zeit oft nicht). Sie fangen erste Reaktionen auf, stützen, begleiten emphatisch und schützen den Betroffenen. Sie halten Schmerzreaktionen, Wut, Resignation, Vorwürfe und Schuldzuweisungen aus. Sie suchen nach einen Anfang eines „Seiles“, das der Betroffene ergreifen kann, um sich durch die Krise hindurch zu hangeln. Sie helfen zur Selbsthilfe und erklären den Betroffenen alle notwendigen Schritte und Formalitäten, die kurz- bzw. langfristig auf ihn und andere Angehörigen zukommen. Sie bemühen sich, die Situation zu strukturieren, dass die Betroffenen ihre Handlungsfähigkeit wiedererlangen.Auf spezialisierte Hilfen weisen Sie hin. Sie organisieren, wenn möglich, eine Abschiednahme vom Verstorbenen. Sie helfen, das „soziale Netzwerk“ des Betroffenen (Freunde, Angehörige, Nachbarn, etc.) zu aktivieren. Im Vordergrund steht immer, wie Sie „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten können.

Einsatzdokumentation
Jedes Mitglied füllt nach jedem Einsatz ein Einsatzprotokoll aus. Dies enthält allgemeine Daten zum Einsatz, die statistisch erfasst werden. Das Protokoll dient für die Einsatznachbesprechung und für die Supervision als Ausgangspunkt.

Teamtreffs
Jeden Monat findet ein Teamtreff statt. Alle Einsätze werden nachbesprochen und es wird festgelegt, welcher Einsatz supervisorische Begleitung braucht.

Einsatznachsorge für Mitglieder
Neben den regulären Teamtreffs gibt es 4 bis 5 Mal im Jahr die Möglichkeit, Einsätze supervisorisch nachzubesprechen. Unabhängig davon ist eine Einzelbetreuung eines Teammitgliedes durch Fachkräfte möglich.

Je nach Einsatzmeldung kann das Dienst habende Mitglied über unseren Hintergrunddienst bereits im Vorfeld des Einsatzes weitere Mitglieder anfordern oder in Bereitschaft versetzen.

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