am 25.09.2021 von 19:00 bis 21:00

Keynote: Der schleichende Tod der Genfer Flüchtlingskonvention

An der Frauenkirche 14 Meißen 01662

plakat_keynote-2_256.pngKeynote: Der schleichende Tod der Genfer Flüchtlingskonvention: Stehen wir heute noch für unsere Werte ein? Im Gespräch zu den Werten in unserer Gesellschaft

Er ist der Kopf hinter dem EU-Türkei Deal von 2016. Der international bekannte Migrationsexperte und Regierungsberater Gerald Knaus spricht am Samstag, den 25. September 2021 um 19 Uhr in der Frauenkirche Meißen. Im Fokus: 70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention, Menschenrechte und die Werte in unserer Gesellschaft. Eine spannende Diskussion zum Thema Afghanistan/die daraus resultierende Fluchtbewegung ist zu erwarten.

Am Vorabend der Bundestagswahl geht es bei der Keynote-Veranstaltung der IKW 2021 um die Frage nach den Werten in unserer Gesellschaft. Anlass ist das 70-jährige Bestehen der Genfer Flüchtlingskonvention. Wie ist die Menschenrechtslage heute einzuschätzen? Warum ist die Genfer Flüchtlingskonvention aktuell wie nie und doch so bedroht? Welche Rolle spielt dabei die derzeitige Afghanistan-Diskussion?

Mit Gerald Knaus ist einer der renommiertesten Migrationsforscher in Europa zu Gast in Meißen. Er ist der strategische Kopf hinter dem EU-Türkei-Abkommen von 2016 (heute leben mehr als 3,5 Millionen Syrerinnen und Syrer in der Türkei). In seinem Vortrag wird er sich u.a. mit den weltweit hohen Migrationszahlen beschäftigen. Wie lassen sich diese einordnen? Inwiefern gilt es, das Erbe der Genfer Flüchtlingskonvention zu verteidigen? Welche Grenzen brauchen wir?

Neben Gerald Knaus sitzt Dr. Joachim Klose im Podium. Er ist bestens vertraut mit der strukturpolitischen Ebene in Sachsen und wird sich v.a. mit individualethischen Aspekten auseinandersetzen. Welche Verantwortung trägt jeder Einzelne für die Gesellschaft? Welche Ansätze gibt es?

Das Gespräch wird moderiert von Stephan Bickhardt, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen.

Aktuell ist die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, so hoch wie noch nie. Mitte 2020 gab es weltweit über 20 Millionen aus ihren Heimatländern geflohene Menschen, eine Verdoppelung innerhalb des vergangenen Jahrzehnts. Die Schlagzeilen sind bekannt: Der Flüchtlingssommer 2015. Die Balkanroute. Das Mittelmeer. Alan Kurdi. Moria. Wie Europa sich heute an seinen Grenzen gegenüber Schutzsuchenden verhält, zeigt nicht nur, wer wir sein wollen, sondern wer wir wirklich sind und welche Werte wir leben. Doch tatsächlich erleben wir eine Aushöhlung der Genfer Flüchtlingskonvention, die in Gefahr geraten ist, noch in diesem Jahrzehnt einen leisen Tod zu sterben. Welche Rolle spielt dabei Deutschland – genauer: spielen wir? Was können wir als Bürger*innen tun?

Gerald Knaus ist Gründungsdirektor der Denkfabrik Europäische Stabilitäts-Initiative (ESI). Er ist ein international bekannter Experte und berät Regierungen und Institutionen in Europa bei den Themen Flucht, Migration und Menschenrechte. Er studierte Philosophie, Politik und Internationale Beziehungen in Oxford, Brüssel und Bologna, ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war für fünf Jahre Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard Kennedy School in den USA. Zuletzt veröffentlichte er das Buch „Welche Grenzen brauchen wir?“ zur Zukunft europäischer und globaler Flüchtlings- und Migrationspolitik. Gerald Knaus lebt in Berlin.

Joachim Klose ist seit 2007 Landesbeauftragter und Leiter des Politischen Bildungsforums Sachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung. Seinen Schwerpunkt bilden u.a. Fragen zu Ethik und Philosophie sowie zum Verhältnis von Religion und Kirche. Er studierte Physik, Philosophie und Theologie an den Universitäten in Dresden, München und Harvard (Cambridge, USA).

Weitere Information:

  • Zum Interview: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gerald-knaus-migration-menschenrechte-moria-europa
  • Zum Buch: https://www.piper.de/buecher/welche-grenzen-brauchen-wir-isbn-978-3-492-05988-6
  • Das vollständige Programm zur IKW 2021: www.diakonie-meissen.de/aktuell und auf www.interkulturellewoche.de